... schönes Wort für den langweiligen deutschen Nervenzusammenbruch. So einen hatte heute eine Kollegin von mir.
Sollte man als Chef nicht hellhörig werden, wenn solcherlei Dinge in einer Abteilung irgendwie gehäuft vorkommen? Und könnte es ein, dass das bedeutet, das irgendetwas nicht in Ordnung ist? Nun ja, das würde "stating the obvious" bedeuten, und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, kann man solcherlei Vorfälle immer sehr schön damit begründen, dass die Mitarbeiter nur extrem labil sind, nicht belastbar, dauernd krank werden ... etc.
Und das hat selbstverständlich überhaupt nichts mit den Arbeitsbedingungen, dem Druck der auf die Mitarbeiter ausgeübt wird etc. zu tun. Natürlich nicht. Mir stösst es schon auf, dass gerade in unsere Abteilung offenbar viel zu viele krank werden, Antidepressiva nehmen müssen um überhaupt noch arbeite zu können, oder lieber gleich kündigen und/oder die Abteilung wechseln, um gar nicht erst bis dahin zu kommen.
Chef zu sein heisst heutzutage wohl: Mitarbeiter antreiben bis sie ins Koma fallen, wenn sie dann krank sind: kündigen, und die nächste Garde verheizen. Hej, bei dem Heer an Arbeitslosen und Arbeitsuchenden findet man doch bestimmt noch ein bisschen "Menschenmaterial" zum verbraten. Wer hat da behauptet, dass Unternehmen auch eine soziale Verpflichtung gegenüber Mitarbeiter hätten? So ein Unsinn. So ein Unternehmen muss hohe Gewinne erzielen, wie sonst soll man die horrenden Abfindungszahlungen an Vorstände und andere hochrangige Manager, die nicht mal ein ganzes Jahr lang dem Unternehmen angehört haben finanzieren können.
Sicher, man könnte wieder ein paar Mitarbeiter entlassen, aber das dürften dann keine sein, die schon lange dem Unternehmen angehören, denn die hätten auch Anspruch auf eine angemessene Abfindung. Also müsste man entweder neue Mitarbeiter entlassen, aber die sind ja billiger - und in der Regel jünger - als die "alte Riege". Aber man könnte doch den Druck erhöhen und sehen wer zuerst zusammebricht.
Das wäre auch ökonomisch die besserer Lösung. Dann kündigen die Mitarbeiter schon selber, man muss keine Abfindung zahlen. Eine wirklich elegante Lösung. Das nennt man "Mobbing von oben" und so wie ich es in der Zwischenzeit gehört habe ist unsere Firma dafür schon hinreichend bekant und hat sich ihren entsprechenden Ruf offenbar "hart erarbeitet".
Wie schön, dass auch ich diese Erfahrung schon machen durfte. Aber dank der modernen Pharmaindustrie und einer kleinen weissen Pille konnte ich das "chemische Ungleichgewicht" in meinem "Hirn" wieder herstellen und habe mich nicht niedermachen lassen. Anderen geht es da offenbar schlechter.
Ungünstig, dass ich die Vertretung der nun für längere Zeit ausfallenden Kollegin bin und das für mich eine kleine (natürlich völlig unbedeutende) Portion zusätzlichen Stress bedeutet. Dabei wollte ich die kleinen weissen Helferlein gerade absetzen. Now I am not so sure. Das muss ich noch mal überlegen.
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